Die Zukunft unseres Landes hängt von der Qualifikation seiner Menschen ab. Nordrhein-Westfalen muss den vorderen Platz und den Wohlstand, den es in der Industriegesellschaft hatte, in der Wissensgesellschaft zurück erobern.
Vor 150 Jahren lag die Zukunft Nordrhein-Westfalens in Kohle und Stahl. Heute liegt unsere Zukunft in der Nutzung des Wasserstoffs, in neuen Werk- stoffen, in der Nano- und der Biotechnologie, in der Informa- tions- und Kommunikationstechnologie, in der Energie- wirtschaft, in der Verkehrstechnologie. Das heißt: sie liegt in den Köpfen der Menschen. Nordrhein-Westfalen braucht eine große Bildungsreform. Erste Schritte dafür hat die neue schwarz-gelbe Landesregierung gemacht: bereits im letzten Jahr wurden tausend zusätzliche Pädagogen in den Schuldienst eingestellt. Weitere tausend folgen in diesem und im kommenen Jahr. Diese zusätzlichen Lehrerinnen und Lehrer besetzen teilweise von der alten rot-grünen Landesregierung gestrichene Stellen neu, sind Ver- tretungsreserve oder stehen zusätzlich zur Verfügung. Daneben wird das Ganztagsangebot an den Grund- und Hauptschulen jedes Jahr weiter ausgebaut. Beispielsweise wurden 32.000 Ganztagsplätze an den Hauptschulen im ersten Jahr der Regierung geschaffen. Bis zum Jahr 2012 sollen es insgesamt 50.000 sein. Dafür stellt die Landesregierung jährlich steigende finanzielle Mittel zur Verfügung. Außerdem führen zentrale Abschlussprüfunge, verbunden mit einem Schulranking, zu einem einheitlichen Qualitätsstandard in den Schulen. Mit einer gezielten Sprachförderung bei Migrantenkindern sorgen wir dafür, dass diese Kinder mit besseren Chancen ihren Bildungsweg starten. Denn nur wer mitreden kann, kann seine Chancen richtig nutzen. Zusätzliche Förderprogramme ("14plus") sollen die Berufschancen für junge Zuwanderer verbessern. Gehen von 100 Kindern aus den unteren Schichten lediglich 33 aufs Gymnasium und 8 an die Universität, sind es aus der Oberschicht 84 bzw. 72. Wir brauchen Eliten. Aber es müssen Leistungseliten sein und nicht Herkunftseliten. Deshalb sorgen wir dafür, dass Talente und Begabte besonders gefördert werden. Bereits jeder vierte Studierende in der Bundesrepublik wird an einer unserer achtundfünfzig NRW-Hochschulen ausgebildet. Dazu kommen über fünfzig Max-Planck- und Frauenhofer-Institute, Helmholtz-Zentren sowie an die hundert An-Institute. Das ist eine starke Basis, um die Zunkunftschancen unseres Landes in der Wissenschaft und Bildung zu sichern. Die Landesregierung hat den Mut und die Entschlossenheit zur Neugestaltung verkrusteter und unzeitgemäßer Strukturen. Ein wichtiger Schritt dafür ist, die Universitäten aus der staat- lichen Bevormundung und Zwangsbewirtschaftung zu befreien. Wir brauchen mehr Wettbewerb und Leistungsfähigkeit des Hochschulwesens. Die Landesregierung unterstützt die Universitäten und Fachhochschulen bis zum Ende der Legislaturperiode mit jährlich 2,8 Milliarden Euro. Die ZVS wird zu einer Serviceeinrichtung der Hochschulen und Studienbe- werber umgestaltet. Hochschulen wählen sich künftig ihre Studenten und Studenten ihre Hochschulen aus. Wir wollen kompakte Bachelor- und Master-Studiengänge für bessere internationale Vergleichbarkeit und für kürzere Studienzeiten. Das durchschnittliche Berufseintrittsalter der Studenten muss von 29 Jahren auf höchstens 26 Jahre absinken. Private Hochschulen müssen das Spektrum der Hochschulen ergänzen und bereichern. Dafür erhalten Sie finanzielle Unterstützungen der Landesregierung. Die Qualifikationskultur des Handwerks wird mit uns nicht kaputtgemacht. Sie ist kein Hindernis, sondern eine Vor- aussetzung für Wachstum und Beschäftigung. Der Meister- brief bleibt in neuer Form erhalten. Das Duale System wird modernisiert und um niederschwellige Ausbildungsangebote ergänzt. Weitere Informationen zur aktuellen Bildungspolitik finden Sie unter: www.bildungsportal.nrw.de |